Warum:
Wie:
Was:
Unter der Prämisse versteht der Duden „das, was einem bestimmten Projekt, Plan o. Ä., einem bestimmten Vorhaben o. Ä. gedanklich zugrunde liegt; Voraussetzung“ (vgl. Dudenredaktion, 2020). Sollte es unterschiedliche Meinungen zu möglichen Voraussetzungen geben, die im Rahmen der Arbeit nicht abschließend bewertet werden können, muss eine der Voraussetzungen als zugrundeliegend für die weitere Arbeit aufgeführt werden. Beispiel: Zu Zeiten der Entdecker machte eine Seefahrt nach Westen auf der Suche nach Indien keinen Sinn, wenn die Erde als Scheibe angesehen wurde. Wird diese Voraussetzung verändert und die Erde als Kugel angesehen, kann eine Seefahrt nach Westen auf der Suche nach Indien Sinn machen.
Unter einer Hypothese versteht der Duden „von Widersprüchen freie, aber zunächst unbewiesene Aussage, Annahme (von Gesetzlichkeiten oder Tatsachen) als Hilfsmittel für wissenschaftliche Erkenntnisse“ (vgl. Dudenredaktion, 2020). Eine Hypothese im Rahmen des wissenschaftlichen Arbeitens aufzustellen und zu prüfen, stellt die Basis für einen Erkenntnisgewinn dar (vgl. Bortz und Döring, 2006).
Zum Aufstellen einer Hypothese kann auf zufällige Eingebung gehofft werden oder mit den gängigen Kreativitätstechniken gearbeitet werden. Dazu muss die Fragestellung präzise beschrieben werden (vgl. Bortz und Döring, 2006). Dies könnte die Frage nach den Ursachen für das Problem oder nach Lösungen für das Ziel sein. Üblich wäre sicher das klassische Brainstorming, das sich durch die Förderung vieler Ideen innerhalb kurzer Zeit auszeichnet (vgl. Osborn, 1963). Dies kann durch die Überlagerung des Ichikawa-Diagramms (auch Fischgräten- oder Ursache-Wirkungs-Diagramm genannt) gefördert werden, bei dem Ursachen in 6 Kategorien eingeteilt werden: Mensch, Maschine, Material, Methode, Messen und Mitwelt – die sogenannten 6 M’s (vgl. Ishikawa, 1985).
Ist eine Idee gefunden, spielt es schon wieder keine Rolle, an welchen Ast des Diagramms die Idee gebunden wird. Es geht allein um das Erzeugen von Ideen und nicht um das Einordnen (vgl. Osborn, 1963).
Die Ideen-Erzeugung und Priorisierung erfolgt auf Basis des Standes der Wissenschaft. So können aus den Ideen die vielversprechendsten für Hypothesen ausgewählt werden (vgl. Bortz und Döring, 2006).
Für komplexere Fragestellungen können auch aufwendigere Kreativitätstechniken eingesetzt werden: Funktionsanalysen mit anschließendem Morphologischem Kasten oder TRIZ-Prinzipien (vgl. Altshuller, 1999).
IN ARBEIT zur Weiterentwicklung des Themas Hypothesen-Findung und Auswahl:
Technik zur Hypothesen-Findung (Generierung)
| Technik | Beschreibung | Warum hilfreich? |
|---|---|---|
| Abduktives Schließen | Nicht nur Induktion (von Daten auf Regel) oder Deduktion (von Regel auf Fall), sondern: „Was wäre die beste Erklärung für dieses überraschende Phänomen?“ | Hilft, kreative, aber plausible Hypothesen zu generieren, wenn keine offensichtliche Theorie existiert. |
| Analogie-Bildung | Übertragung von Erkenntnissen aus einem anderen Fachgebiet auf das eigene Problem (z. B. biologische Evolution auf Marktverhalten anwenden). | Generiert innovative Hypothesen, die im eigenen Feld noch nicht bedacht wurden. |
| Extremfall-Analyse | Was passiert, wenn eine Variable auf ihr absolutes Maximum oder Minimum gesetzt wird? | Hilft, Randbedingungen und Grenzfälle zu identifizieren, die oft neue Hypothesen liefern. |
| Reverse Engineering | Man nimmt ein bekanntes Ergebnis (z. B. aus der Praxis) und fragt rückwärts: „Welche Hypothese müsste wahr sein, damit dieses Ergebnis entsteht?“ | Sehr effektiv für angewandte Forschung, um praxisnahe Hypothesen zu finden. |
| Mind-Mapping der Variablen | Visuelle Darstellung aller potenziellen Einflussfaktoren und ihrer Beziehungen. | Macht verborgene Korrelationen sichtbar, die als Hypothese formuliert werden können. |
Techniken zur Hypothesen-Auswahl (Selektion)
| Technik | Beschreibung | Warum hilfreich? |
|---|---|---|
| Konkurrierende Hypothesen (CH) | Man formuliert nicht nur eine, sondern 2–3 sich gegenseitig ausschließende Hypothesen (H1, H2, H3) und plant den Test so, dass nur eine bestehen bleiben kann. | Vermeidet „Bestätigungsfehler“ (Confirmation Bias). Zwingt zur Objektivität (wie im Dokument gefordert). |
| Power-Analyse (vorab) | Statistische Berechnung: Wie groß muss die Stichprobe sein, um einen Effekt bei dieser Hypothese überhaupt nachweisen zu können? | Wenn die benötigte Stichprobe unrealistisch groß ist -> Hypothese verwerfen. Direkter Bezug zu „Ressourcen“ und „Stichprobengröße“ im Dokument. |
| Sensitivity Analysis | Simulation: Wie robust ist die Hypothese, wenn man Annahmen leicht verändert? | Prüft die Stabilität der Hypothese gegen Unsicherheiten in den Daten. |
| Falsifizierbarkeits-Test (Popper) | Konkrete Frage: „Welches einzelne Ergebnis würde diese Hypothese sofort widerlegen?“ Wenn keine klare Antwort möglich ist -> verwerfen. | Garantiert, dass die Hypothese wissenschaftlich sinnvoll ist (kein „Alles-deckt“-Satz). |
| Heuristik der Parsimonie (Ockham) | Wie besprochen: Vergleich der Anzahl notwendiger Annahmen. | Filtert überkomplexe Modelle heraus, bevor man Zeit in die Datenerhebung investiert. |
Why:
How:
What:
Under the premise, the Duden defines “that which underlies a specific project, plan, or similar endeavor; a prerequisite” (see Dudenredaktion, 2020). If there are differing opinions on possible prerequisites that cannot be conclusively evaluated in the course of the work, one of the prerequisites must be specified as the basis for further work. For example, during the Age of Discovery, a sea voyage westward in search of India made no sense if the earth was thought to be flat. If this prerequisite is changed, and the earth is seen as spherical, a voyage westward in search of India could make sense.
The Duden defines a hypothesis as a “contradiction-free but initially unproven statement, assumption (of laws or facts) as an aid to scientific knowledge” (see Dudenredaktion, 2020). Formulating and testing a hypothesis in scientific work forms the basis for gaining knowledge (see Bortz and Döring, 2006).
To formulate a hypothesis, one can hope for a random inspiration or work with common creativity techniques. The question must be precisely described for this (see Bortz and Döring, 2006). This could be the question of the causes of the problem or possible solutions to the goal. Classical brainstorming is commonly used, a method known for generating numerous ideas in a short time (see Osborn, 1963). This can be enhanced through the overlay of the Ishikawa diagram (also known as the fishbone or cause-and-effect diagram), which categorizes causes into six types: Man, Machine, Material, Method, Measurement, and Milieu – the so-called 6 M’s (see Ishikawa, 1985).
Once an idea is found, it no longer matters to which branch of the diagram the idea is assigned. It is solely about generating ideas, not categorizing them (see Osborn, 1963).
The generation and prioritization of ideas are based on the current state of science. Thus, the most promising ideas can be selected for hypotheses (see Bortz and Döring, 2006).
For more complex questions, more elaborate creativity techniques can also be used: functional analyses followed by a morphological box or TRIZ principles (see Altshuller, 1999).